Um 4:50 Uhr erinnert mich der Muezzin daran, im Auto den Stecker der Kühlbox herauszuziehen. Leider zu spät. Wir werden uns einen freundlichen Fremdstarter suchen, vielleicht schon beim Taxistand gegenüber.
Ansonsten planen wir heute eine Fahrt mit der Gondel auf den Hausberg und witterungsbedingt den Besuch eines Museums und einen Spaziergang durch die Innenstadt.
Die Fahrt mit der Trebević-Seilbahn dauert ca. 15 Minuten und bietet in 1160 m Höhe einen schönen Blick auf die Stadt. Oben gehen wir einen kleinen Rundkurs in morgendlicher Kühle. Die Kiefern duften.








Zurück in der Stadt besuchen wir noch das nahe gelegene Rathaus, in dem temporär Ausstellungsstücke zeitgenössischer Kunst gezeigt wird. Das hält sich in Grenzen und die Frage bleibt unbeantwortet, ob sich der Neubau eines Museums für zeitgenössische Kunst lohnt. Auf jeden Fall gibt es hierzu seit 1999 Überlegungen. Als Stararchitekt soll Reno Piano das Gebäude entwerfen und erstellen.





An der Miljalka entlang und durch die Innenstadt schließen wir die heutige Berg- und Stadtwanderung.



Damit wir am Montagmorgen früh Richtung Tirana aufbrechen können, müssen wir noch das Batterieproblem lösen.
1. Lösungsversuch: TaxifahrerIn mit Überbrückungskabel
Der Versuch scheitert. Die deutschsprechende Taxifahrerin hat kein Kabel. Wenig später kommt sie mit einem Kabel zurück. Das Fremdstarten misslingt aber, weil ein Kabel an einem Endel durchtrennt ist. Die Klemmspange liegt in der Verpackung. Beim Startversuch schmort das Kabel. Wir brechen ab.
2. Lösungsversuch: Werkstatt in der Nähe der Talstation der Seilbahn
Das ist zu, aber nicht abgeschlossen. Wir gehen hinein und suchen. In der Werkstatt liegt ein Mann auf einer Liege und spielt mit einer jungen Katze. Er kann uns nicht helfen und schickt uns zum großen Parkplatz vor dem Rathaus. Dort sollen wir einen Parkwächter nach einem Kabel fragen.
3. Lösungsversuch: Parkwächter
Wir finden keinen Parkwächter und schildern einem Polizisten unser Problem. Routiniert und freundlich stellt er den Kontakt zu einem Pannenservice her. Wir müssen aber bar bezahlen. 66 KN. Genau soviel hat Moni noch in der Reisekasse und keinen Fennigk mehr.
4. Lösungsversuch: Bihamk
Wie mit dem Polizisten besprochen warten wir beim Hotelparkplatz auf Bihamk. Eine knappe halbe Stunde vergeht. Endlich kommt das gelbe Auto vom Pannenservice. Souverän begutachtet er die Situation und schließt die externe Batterie an. Und der Motor setzt sich in Bewegung. Stunden später und erleichtert übergibt Moni die letzten konvertiblen Mark.
Ich habe noch die Vorgeschichte vergessen.
Bevor die Taxifahrerin den ersten Versuch unternommen hatte, wollte ich den deutschen Pannenservice einer bekannten norddeutschen Versicherung um Unterstützung bitten. Schließlich haben wir einen Auslandsschutzbrief. Da ein EU-Roaming in Bosnien nicht möglich ist, habe ich für einen Tag ein Weltpaket zum Mobiltarif zugebucht. Nach 50 Minuten war mein Telefonkontingent aufgebraucht. Die Hotline vertröstete zuversichtlich, alle Plätze sind besetzt, haben sie noch etwas Geduld. Das Minutenkontingent hat dem ein Ende gesetzt.
