Die Nacht im verwunschenem und überdekoriertem Zimmer war aufgrund der fehlenden AC-Geräusche und gefühlt kühlen Nachttemperatur sehr entspannend. Wir schlafen im Rosenzimmer.
Im Konzum um die Ecke werden wir noch schnell für das Wochenende einkaufen.
Wir hoffen auf eine sichere und schnelle Fahrt und einen regenfreien Nachmittag in Krumau. Und so soll es dann auch werden.
Der Besuch einer kleinen Stadt mit einer phantastisch gut erhaltenen Altstadt und einer riesigen Schloßanlage. Touristisch ist die Stadt schon sehr gut besucht mit internationalem Publikum. Ein weiterer Tag wäre gut gewesen für Besichtigungen, aber der Stopp auf der Rückfahrt sollte nur einen ersten Eindruck vermitteln, in Verbindung mit Pilsen sicher lohnenswert für eine weitere Reise nach Tschechien.
Das Bereitstellen von Bildern muss aufgrund der schlechten Internetverbindung auf den späten Abend oder den frühen Morgen verschoben werden.
Vor dem Frühstück achten wir ein Spaziergang durch die noch menschenleere Altstadt und die alte verbindende Brücke. Alles ist noch sehr ruhig.
Mostar – Villa DivanaMostarMostarMostarMostarMostar- nach dem KriegMostar
Das Navi führt uns über unbefestigte Wege Richtung Kroatien. Innerhalb einer Minute haben wir die nächsten beiden Grenzen überwunden. Schengen ist für die weiteren Fahrten ein Riesen Gewinn, und endlich nun fliegt vor uns ein weißer Schwan. Die Autobahn ist bestens ausgebaut, die Umgehung von Zagreb schenken wir uns aufgrund der Verkehrsbelastung. Dafür kürzen wir Richtung Slowenien nur kilometermäßig ab.
Grenzkontrolle Kroatien und Slowenien
Hinter der Grenze besuchen wir eine slowenische Weinkellerei. Was für ein Gewinn, dass wir diese Abkürzung genommen. Der Verkäufer hat bereits vor über einer Stunde geschlossen, er ist aber so freundlich uns trotzdem herein zu lassen. Er fragt nach unseren Weinvorzügen, erklärt die verschiedenen Weine und läßt uns die gewünschten Weine verkosten. Nach einer knappen Stunde geht es weiter.
VINSKA KLET METLIKA
In Ljubljana gewittert es. Der Ausflug in die Stadt soll trotzdem nicht in den Regen fallen. Durchnässt kommen wir später zurück. Ein erster wenn auch eingeschränkter Eindruck bleibt, und die prämierte Standseilbahn mit einem Glaskasten haben wir exklusiv genutzt. Und Fast Food wird noch richtig beworben.
LjubljanaLjubljanaLjubljanaLjubljanaLjubljana – Standseilbahn mit der Gläsernen KabineLjubljana – StandseilbahnLjubljana – Standseilbahn mit der Gläsernen KabineLjubljana
Die Fahrt nach Mostar beginnt morgens um 5:30 Uhr. Die Strecke ist nicht das Problem. Vielmehr die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Kontrollstationen werden uns fordern. Nach gut 12 Stunden, 380 km Luftlinie und 540 km Asphalt erreichen wir Mostar.
Kurz hinter der Grenze von Montenegro machen wir in Bileća eine Kaffeepause mit Eisbecher. Auch aus dieser Stadt nehmen wir Bilderandenken mit.
BilećaBileća
Und einen Knoblauchzopf.
Bileća
Zur Belohnung nach dem Besuch der alten Brücke in Mostar gibt es ein Abendessen im Hindin Han, eine Empfehlung der Villa Divani, in der wir ein Zimmer gebucht haben. Immerhin bereits das 5. Mal, dass wir Essen gehen.
MostarMostar – Hindin Han
Leider ist es schwierig, die politischen Themen richtig einzuordnen.
MostarMostar
Die Red Devils als bekannte Supporter des lokalen Fußballvereins findet man häufig an Hauswänden verewigt. Die kürzeste Form ist dann „1981“.
Den heutigen starten wir wieder am Strand von Orikum. Letzte Seiten sind noch zu lesen, kleine Einkäufe und Vorbereitungen für die Fahrt nach Mostar zu tätigen.
Beim Bummel durch das Dorfzentrum nehmen wir noch einige Erinnerungsbilder mit.
1 L – Wasser ( Ujë )
500 g – Weizen ( Grurë )
250 g – Stärke ( Niseshte )
250 g – Zucker ( Sheqer )
1 – Zitrone oder Orange( Limon ose Porokall)
1. Esslöffel mit ungeschwefelte Sulltanien ( Një lugë gjelle me rrush të thatë )
5 – Gewürz Nelken ( Karafila të plotë )
1- Teelöffel Zimt Pulver
5- Nüsse ( Arra )
Zubereitung:
Wasser sprudelnd aufkochen. Weizen zufügen und weiter langsam 20 Minuten kochen. Topf von der Kochstelle kurz wegnemen.
Stärke und Zucker mit 6 Esslöffel Kaltes Wasser zusammen mit eine Schneebesen Rühren. Die Zitrone oder Orange Schale in kleine Würfel schneiden, und zusammen mit der Sulltanien, Nüsse, und Nelken mischen. Mischung im Topf zufügen. Es wird wie eine Brei aussehen. Langsam Kochen lassen noch 5 Minuten. Topf von der Kochstelle nehmen und nochmal kräftig Rühren.
Die Ashure in Dessertgläser einfüllen und mit Zimtpulver bestreuen. Kalt stehen lassen und dan servieren.
Wir entscheiden uns wieder für den Strand am Dhermi Beach. Caesar’s Beach klingt verlockend, aber bereits vorgestern sind wir durch das Straßengewusel kilometerweit von diesem entfernt hier gestrandet. Heute soll es schneller gehen, die letzten Lektüren warten darauf gelesen zu werden.
Wir nehmen unseren bekannten Parkplatz an der Straße unweit vom Strand. Der Preis ist geblieben, keine 500 Leke wie auf den angrenzenden Parkplätzen mit so schönen Namen wie Blue Boutique, auf denen neben etlichem Müll auch Ausrangiertes verteilt ist. Jede kleine Fläche wird fürs Geschäft genutzt, ein kleiner Krümel vom großen Kuchen.
Dhermi Beach
Eine Überraschung erleben wir am bekannten Strandabschnitt. Der Preis in der 1.und 2. Reihe ist innerhalb von 2 Tagen um 500 auf 2000 Leke gestiegen. Oder lag es vorgestern an der freundlichen Unterstützung einer albanisch ind deutsch sprechenden Urlauberin hier am Strand? Die Gewissheit kommt später, wir haben den Touristenpreis erhalten.
Morgens ist uns bei der Einfahrtsstraße zum Apartment eine mit breiten weißen Strichen gekennzeichnete Fläche aufgefallen. Am Abend erklärt sich dieses. Hier wird selbst hergestellter Wein und Raki verkauft.
10% prozentige Steigungen und Gefälle im Ceraunischen Gebirge auf der Fahrt nach Butrint. 120 km in knapp 3 Stunden. War die Welterbestätte den Aufwand wert? Kein Vergleich mit Delphi oder Pompeji. Trotzdem eine interessante Anlage aus griechischer Zeit auf einer Halbinsel, in der zahlreiche Kulturen in den folgenden Jahrhunderten ihre Spuren hinterlassen haben.
Die Rückfahrt nach Orikum beschert uns 2 Unterbrechungen. Im Ksamil entdeckt Moni am Strasenrand ein Grillrestaurant. Lamm, Schwein ind Huhn bräunen sich hier nicht in der Sonne. Verspätete Mittagspause. Es gibt einen gemischten Salat mit Brot und 500g Panceta Gici. Traditionell ist auch die gesamte Restaurantanlage.
Abkühlung erfolgt einige Kilometer weiter am Palermo Beach. Klares und sauberes Wasser, vermüllter Strand, verfallene Gebäude mit anderweitiger menschlicher Nutzung.
Athina überrascht uns mit einer Linsensuppe mit leichtem Zitronenanklang (Ursache ist aber der sehr intensive Oregano), die auch kalt sehr lecker ist. Unser Apartment hat auch neue Bettwäsche und Handtücher erhalten. Für das kleine Problem mit der Dusche entschuldigt sie sich.
Heute bezahlen wir wie bei Booking angegeben unsere Unterkunft in bar. Athina nennt und notiert sich in ihrem – ich nenne es Buchungskladde liniert im DIN A5 Format – den Betrag und die Zahlung. Eine Quittung ist nicht erforderlich.
Wir liegen 2. Reihe. Die erste Reihe ist reserviert. Stolze 1500 Leke kostet uns die später zugestellte Sicht aufs Meer. Am Strand dürfen wir nicht liegen, weil dieser vermietet ist. Das EU-Recht ist hier nicht einklagbar, nur im Verteidigungsfall wird uns ggf. geholfen.
Dhërmi – StrandDhërmi – StrandDhërmi – Strand
Der Strand ist bis auf den letzten Zentimeter durchnutzt.
Dhërmi – Strand
Die Zufahrt zum Ort gestaltet sich nicht einfach. Zwischenzeitlich steigt TomTom aus, obwohl ich aktuelles Kartenmaterial installiert habe. Alte Wege sind nicht mehr kalkulierbar. Geht es ortsauswärts oder doch den Berg hinauf? Neue breite Straßen münden in Hotelbauten oder sogar Anlagen mit Kontrollstationen. Der Kommerz hat hier schnell eine neue Heimat gefunden. Gerne hätte ich mir diesen Ort zu Hoxhas Zeiten angesehen, aber das war auch nicht möglich.
Der Strand ist zu Ende, Berg und Fels versperrt den Zugang. Der Bagger muss ran, später wird er durch einen Kran ersetzt.
Dhërmi – Strand
Und dann gibt es auch hier das alte Problem mit dem Müll. Verkauft wird überall, auch unter dem Schirm, den ersten Mülleimer finde ich 50 m entfernt. Wer geht denn so weit, ohne den Pullmann zu nutzen?
Und was ist hier schön? Das erfrischende Wasser, der heiße Börek und die kalte Flasche Wasser, die warmen Temperaturen, der schattige Platz auf den Liegen… und Honig.
Dhërmi – ImkereiDhërmi – Imkerei
Wie schön, dass wir zwischen 2 Ferienorten in einem kleinen Dorf untergekommen sind. Wir nehmen den Hahn und die Hunde in der Nacht und am frühen Morgen gerne in Kauf.
Orikum – Blick auf die albanischen Alpen vom Balkon
In morgendlicher Kühle schreien sich die Hähne die Hälse wund. Einige Hunde stimmen ein. Gummireifen liegen in der Luft. Sind wir westlich der Adria gelandet?
Der Ruhetag beginnt am Strand auf neuer Decke.
Orikum
Und wieder entdecken wir einen Bunker, dieses Mal am Strand im Wasser.
Orikum
Heute Abend wird es wieder Garnelen geben, Brot kaufen wir auf dem Weg dorthin. Und zum Nachtisch kaufen wir Ashure wie gestern.
Orikum
Beim abendlichen Lauf entdecke ich weitere 3 Bunker im Ort. Die Wahl der Orte erschließt sich mir nicht.
Ein weht ein leichter, kühlender Wind vom Meer. Der kommende Sonnenuntergang erinnert an den Sonnenaufgang in Palau, sehr kontrastreich.
Auf der Fahrt nach Orikum machen wir einen Abstecher nach Berat, der Stadt der 1000 Fenster. Wir haben nicht gezählt. Nach einem Espresso geht es um die Mittagszeit bei nun 38 Grad durch die Stadt. Im Gegensatz zu Tirana ist hier alles aufgeräumt und sauber. Müll wird nicht mehr auf der Straße entsorgt.
BeratBeratBerat – Vertreibung der deutschen Truppen durch PartisanenBeratBerat
Für das Abendessen macht Moni noch schnell ein paar Einkäufe. Es gibt (nur ganze) Hähnchen mit Salat.
BeratBerat
Unser schönes Apartment mit Balkonblick (rechts oben) auf den kleinen Ort, die Berge und das Meer erreichen wir am späten Nachmittag. Wir müssen noch bei der griechischen Vermieterin auf den „Einzug“ warten, weil die Tochter und der Enkel gleich kommen werden. Sie bietet uns einen Frappé an und serviert eine kleine Portion Moussaka und Börek.
Orikum – Apartment Athina
Baue eine Straße in der Breite eines Autos, und Straßenlärm kommt nicht auf. Der Erkungsspaziergang führt zum Strand und damit einmal rund um den kleinen Ort.
Mit dem orangefarbenen Bus geht es in die Innenstadt und dann weiter mit dem blauen Bus Linie 11 Richtung Porcelan. Der Fahrer fährt, der Fahrscheinverkäufer verkauft, der Kontrolleur prüft später die Fahrscheine.
Tirana – Busticket
Nach fast 60 Minuten erreichen wir die Talstation.
Tirana – Seilbahn Dajti Ekspres
Die Fahrt dauert 18 Minuten. Wir haben eine wunderbare Sicht auf Tirana und die albanischen Alpen. In etwas mehr als 1000 m Höhe steigen wir und erkunden das Umfeld. Leider ist noch vieles lieblos hergerichtet, Müll liegt überall herum. Bauzäune versperren die Sicht auf den Wald, später werden dieses die Hotelanlagen schaffen. Bunker sind in Albanien allgegenwärtig. Im gesamten Land gibt es ca. 180.000 Stück.
Neben der Talstation liegt einer der großen Bunker in Tirana, in dem Enver Hoxha, der Betonbolschewist, auch Privaträume hatte. Fünf Etagen, 100 Meter tief unter der Erde. 106 Räume.
In der Stadt ist es sehr warm. Die Ventilatoren in den Cafés blasen zuckend wie Roboter warme Luft unter die Sonnenschirme, manchmal mit Wasserdampf. Die Temperatur steigt auf 36 Grad.
Tirana – Cooling Station
Eine morgendliche Kühle und Frische kann man in Tirana zur Zeit nicht nutzen. Wir brechen auf Richtung Pyramide und Mutter Theresa Platz. An Straßenmärkten und Bunkern vorbei machen wir einen klimatisierten Stopp und besuchen spontan die Fotoausstellung einiger Magnum-Fotografen, die nach dem Zusammenbruch der Hoxha-Ära Menschen im Alltag fotografiert haben.
Tirana – MarktständeTirana – Marktstand am StraßenrandTirana – Bunker in der StadtTiranaTirana – PyramideTirana – Fotoausstellung „Things Take Time“ in der LandesregierungTirana – Fotoausstellung „Things Take Time“ in der LandesregierungTirana – Fotoausstellung „Things Take Time“ in der LandesregierungTirana – Fotoausstellung „Things Take Time“ in der Landesregierung
Und beim Mutter Theresa Platz treffen wir Agron Hoti, der ein Großgemälde (7.600 m2) für das Stadion entwirft.
Tirana – Agron Hoti „Vjosa River ProjektTirana – Agron Hoti „Vjosa River Projekt“Tirana – Agron Hoti „Vjosa River Projekt“Tirana – Agron Hoti „Vjosa River Projekt“
Eine Komoot-Empfehlung führt uns am späten Nachmittag zur Taverna Paidhaqe DAJKUA. Wirklich eine Empfehlung mit traditionellen Speisen frisch vom Grill im Keller. Das Abendessen wird vorverlegt. Für die gemischte Grillplatte, die Beilagen und Getänke zahlen 2.250 Leke.
Der Rückweg führt wieder an unzähligen Straßenverkäufern und dem wuseligen Treiben auf den mit hupenden Autos und kreuzenden Zweirädern vorbei zum Hotel. Beim Überqueren muss man beharrlich sein grünes Recht einfordern.
Um kurz vor 11 Uhr erreichen wir die Grenze zu Montenegro in einem ausgedehnten Raftingrevier. 140 km mit Ziegen und Kühen auf der Straße, Serpentinen, unbeleuchteten Tunneln, Schlaglöchern, Brücken mit Holzbohlen und ohne Autobahn liegen seit unserer Abfahrt um 8:30 Uhr hinter uns.
Grenzübergang BiH nach Montenegro
In Montenegro haben wir ab Grenzübertritt besten Fahrbahnbelag mit Fahrbahnlinien, Leitplanken und sogar Tunnelbeleuchtung, in Bosnien haben wir das vermisst. Und die Landschaft ist faszinierend.
Montenegro – Pivsko jezeroMontenegro – Pivsko jezero
Um 14:30 Uhr erreichen wir die albanische Grenze, weitere 110 km sind geschaft, bis Tirana sind es nur noch 140 km. Für den Grenzübergang bei sehr moderatem Verkehr benötigen wir 1 Stunde. Eine lange Anfahrt, die nach dem Schengenraum ruft.
Um 18 Uhr erreichen wir unser Hotel in Tirana. Der Verkehr ist wirklich wie in Indien ohne heilige Kühe.
Am letzten Tag in Sarajevo holen wir noch Besuche nach und machen einen Abstecher durch die Innenstadt.
Wir beginnen bei unserem Hotel mit Blick auf die Lateinerbrücke. Berühmt ist sie für das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand im Jahr 1914, das sich am Nordende der Brücke ereignete und den Ersten Weltkrieg auslöste.
Sarajevo – LateinerbrückeSarajevo – Lateinerbrücke
Heute ist Sonntag, wir müssen in beiden Kathedralen die Messen abwarten.
Die serbisch-orthodoxe Mariä-Geburt-Kathedrale ist eine der größten orthodoxen Kathedralen auf dem Balkan.
Sarajevo – Mariä-Geburt-KathedraleSarajevo – Mariä-Geburt-KathedraleSarajevo – Herz-Jesu-KathedraleSarajevo – Herz-Jesu-Kathedrale
Um 4:50 Uhr erinnert mich der Muezzin daran, im Auto den Stecker der Kühlbox herauszuziehen. Leider zu spät. Wir werden uns einen freundlichen Fremdstarter suchen, vielleicht schon beim Taxistand gegenüber.
Ansonsten planen wir heute eine Fahrt mit der Gondel auf den Hausberg und witterungsbedingt den Besuch eines Museums und einen Spaziergang durch die Innenstadt.
Die Fahrt mit der Trebević-Seilbahn dauert ca. 15 Minuten und bietet in 1160 m Höhe einen schönen Blick auf die Stadt. Oben gehen wir einen kleinen Rundkurs in morgendlicher Kühle. Die Kiefern duften.
Sarajevo – Trebević-SeilbahnSarajevo – Trebević-SeilbahnSarajevo – Trebević-SeilbahnSarajevo – Auf dem TrebevićSarajevo – Auf dem TrebevićSarajevo – Auf dem TrebevićSarajevo – Olympische Bobbahn auf dem TrebevićSarajevo – Olympische Bobbahn auf dem Trebević
Zurück in der Stadt besuchen wir noch das nahe gelegene Rathaus, in dem temporär Ausstellungsstücke zeitgenössischer Kunst gezeigt wird. Das hält sich in Grenzen und die Frage bleibt unbeantwortet, ob sich der Neubau eines Museums für zeitgenössische Kunst lohnt. Auf jeden Fall gibt es hierzu seit 1999 Überlegungen. Als Stararchitekt soll Reno Piano das Gebäude entwerfen und erstellen.
An der Miljalka entlang und durch die Innenstadt schließen wir die heutige Berg- und Stadtwanderung.
Sarajevo – Miljacka-FlußSarajevo – Miljacka-FlußSarajevo – Kunst im öffentlichen Raum
Damit wir am Montagmorgen früh Richtung Tirana aufbrechen können, müssen wir noch das Batterieproblem lösen.
1. Lösungsversuch: TaxifahrerIn mit Überbrückungskabel
Der Versuch scheitert. Die deutschsprechende Taxifahrerin hat kein Kabel. Wenig später kommt sie mit einem Kabel zurück. Das Fremdstarten misslingt aber, weil ein Kabel an einem Endel durchtrennt ist. Die Klemmspange liegt in der Verpackung. Beim Startversuch schmort das Kabel. Wir brechen ab.
2. Lösungsversuch: Werkstatt in der Nähe der Talstation der Seilbahn
Das ist zu, aber nicht abgeschlossen. Wir gehen hinein und suchen. In der Werkstatt liegt ein Mann auf einer Liege und spielt mit einer jungen Katze. Er kann uns nicht helfen und schickt uns zum großen Parkplatz vor dem Rathaus. Dort sollen wir einen Parkwächter nach einem Kabel fragen.
3. Lösungsversuch: Parkwächter
Wir finden keinen Parkwächter und schildern einem Polizisten unser Problem. Routiniert und freundlich stellt er den Kontakt zu einem Pannenservice her. Wir müssen aber bar bezahlen. 66 KN. Genau soviel hat Moni noch in der Reisekasse und keinen Fennigk mehr.
4. Lösungsversuch: Bihamk
Wie mit dem Polizisten besprochen warten wir beim Hotelparkplatz auf Bihamk. Eine knappe halbe Stunde vergeht. Endlich kommt das gelbe Auto vom Pannenservice. Souverän begutachtet er die Situation und schließt die externe Batterie an. Und der Motor setzt sich in Bewegung. Stunden später und erleichtert übergibt Moni die letzten konvertiblen Mark.
Ich habe noch die Vorgeschichte vergessen.
Bevor die Taxifahrerin den ersten Versuch unternommen hatte, wollte ich den deutschen Pannenservice einer bekannten norddeutschen Versicherung um Unterstützung bitten. Schließlich haben wir einen Auslandsschutzbrief. Da ein EU-Roaming in Bosnien nicht möglich ist, habe ich für einen Tag ein Weltpaket zum Mobiltarif zugebucht. Nach 50 Minuten war mein Telefonkontingent aufgebraucht. Die Hotline vertröstete zuversichtlich, alle Plätze sind besetzt, haben sie noch etwas Geduld. Das Minutenkontingent hat dem ein Ende gesetzt.
Heute verlassen wir wieder einmal den Schengen-Raum. Was erwartet uns an der Grenze? Stundenlanges Warten? 2 Kontrollstellen gilt es heute zu passieren, aber nach 45 Minuten ist auch das erledigt. Der bosnische Zollbeamte ist an der großen Kiste im Auto interessiert. Als er aber erfährt, dass diese eine Kühlbox ist, winkt er uns durch.
Sarajevo ist mit unseren bisherigen Stopps nicht vergleichbar. Der muslimische Einfluss ist allgegenwärtig, die Stadt befindet sich im Umbruch, das Ursprüngliche ist noch vorhanden.
Unser Hotelzimmer (Balkon in der Mitte) beziehen wir aufgrund des Stop and Go Verkehrs in Sarajevo erst kurz nach halb 5.
Sarajevo – Hotel Ornament
Wir sammeln noch einige erste Eindrücke und befolgenden die Restaurantempfehlung des Portiers: Ćevabdžinica Beg im Basarviertel. Es gibt tradionell Cevapcici in Brot mit Salat, die Moni noch um Pommes und Cola aufstockt. Ich trinke Ayran und hinterher einen Mokka mit einer Süßspeise.
Sarajevo – Fotogedenken an SrebrenicaSarajevo – BasarviertelSarajevo – BasarviertelSarajevo – Gazi Husrev-Beg Moschee
Aus Platzgründen in der Innenstadt wurde das viel zu große Museum am Stadtrand gebaut. Das Bespielen fällt zur Zeit noch spürbar schwer. Mit der 6 geht es Richtung Sopot, nicht nach Polen.
Zagreb – Tram 6 zum Museum für zeitgenössische KunstZagreb – Museum für zeitgenössische Kunst
Das Museum widmet sich überwiegend kroatischen Künstlern. Die Aufbruchstimmung ist zu spüren, vieles wird versucht in Bild, Video oder Ensemble. Dadurch wirkt alles abwechslungsreich, nichts ist inszeniert, alles irgendwie authentisch. Dabei muss nicht alles gefallen, allein der Versuch ist interessant.
Es gibt auch viele unterhaltsame und lustige Objekte.
Zagreb – Museum für zeitgenössische KunstZagreb – Museum für zeitgenössische KunstZagreb – Museum für zeitgenössische Kunst
Aber auch Objekte der Betroffenheit sind hier zu finden.
Zagreb – Museum für zeitgenössische Kunst
Zum Abschluß nehmen wir die Rutsche aus dem 2. Stock. Die Rutsche aus dem 3. Stock ist leider gesperrt. Auch gut so, es geht immer schneller auf dem Rutschteppich nach unten, ein Eingreifen und Steuern ist nicht möglich. Ich lande neben der Auslaufbahn. Aber es ist gut gegangen.
Zagreb – Museum für zeitgenössische KunstZagreb – Museum für zeitgenössische Kunst
Norbert schickt am Abend einen Katalogauszug der Jubiläumsausstellung der Mitglieder des Photomuseums Braunschweig. Wer wird denn in Istanbul frisiert?
Der Besuch des Marktes und der Einkauf für das Essen am Donnerstag macht viel Spaß. Es soll eine Gemüsepfanne geben. Dabei wissen wir noch nicht, was uns am Abend ereilt.
Mit dem Bus 617 fahrent wir zum Hausberg. Mit der Gondel geht es dann in 25 Minuten nach oben. Hier ist es angenehm kühl bei 24° Grad und leichtem Wind.
Auf der Rückfahrt legen wir einen Stopp zum Besuch des Mirogoj-Friedhofes ein.
Zagreb – Mirogoj-FriedhofZagreb – Mirogoj-Friedhof
Essen nebenan bei Kod Pere, 20 Cevapcici, Pommes für 2, 3 Kalovacko. 2 Schnaps und … 2 Salate für 30 Euro. Die Hälfte vom Essen gibt es morgen. Die Bedienung sagte, dass es traditionelle kroatische Portionen gibt. Das relativiert die Essenssituation für morgen.
Desweiteren berichtet sie von einem Mann aus Montenegro, der berichtete, dass die Albaner wie in Indien Auto fahren, nur Heilige Kühe kennen sie nicht.
Bei 39° Grad machen wir einen Stopp im „Arena Centar“, um erste Versorgungen für das Apartment vorzunehmen. Heute Abend gibt es Scampis.
Vorher wird noch schnell die Stadt erkundet. 202 Stufen hinunter vom Apartment. Über den Marktplatz und Nebenstraßen geht es dann mit der weltkürzesten Standseilbahn für 66 Cent in 55 Sekunden 66 Meter hoch zur Oberstadt.
Glockenturm auf dem Schloßberg per Standseilbahn
Uhrenturm auf dem Schloßberg zu Fuß über 260 Stufen
Glockenspielplatz ist die Adresse, aber um 12 Uhr sind wir wieder nicht rechtzeitig am richtigen Ort
Moni gibt auf
Nein, um 18 Uhr sind wir pünktlich bei der letzten von 3 Vorstellungen.
Die neue kulinarische Entdeckung ist der Käfersalat, und alle Zutaten kaufen wir auf dem Bauernmarkt.
Käferbohnen 24 Stunden in 3facher Wassermenge einweichen und ca. 2 Stunden kochen. Dann zubereiten wie Bohnensalat, aber mit Kürbiskernöl.
Der Murr entlang bei morgendlicher Frische stadtwandern wir Richtung Schloßberg. An der Mur-Insel und dem Kunsthaus vorbei geht es durch den Volksgarten ins Kloster.
Graz – Kunsthaus mit Blick auf den Schloßberg
Unsere Mittagspause verbringen wir auf dem Schloßberg im Biergarten im Schatten unter großen Bäumen mit Blick auf Graz und das Umland. Hoch fahren wir mit der Standseilbahn, runter nehmen wir statt der Rutsche den Lift. Sehr bequem.
Graz – SchloßbergbahnGraz – Lift im Schloßberg
Aber heute müssen wir uns in der Messe noch die Fotoausstellung von Kristian Schuller ansehen. Morgen ist Montag.
Graz – Ausstellung Kristian Schuller – Grand ShowGraz – Ausstellung Kristian Schuller – Grand ShowGraz – Ausstellung Kristian Schuller – Grand ShowGraz – Ausstellung Kristian Schuller – Grand ShowGraz – Ausstellung Kristian Schuller – Grand Show
Pünktlich zum Endspiel erreichen wir wieder das Hotel. Der Himmel hatte sich bereits verdunkelt. Blitze und prasselnder Regen lösen die schwüle und sehr warme Luft ab. Sogar die Grazer kennen diese Witterung nicht. Spanien gewinnt, gut so. Wir schauen das Spiel in der Hotelbar, Gösserbier erfrischt uns.
Die Brote sind geschmiert, Heilwasser ist gekühlt.
Nach einer von vielen Staus und Umleitungen geprägten Fahrt kommen wir endlich nach 17 Uhr in Graz an.
Obgligatorisch erkunden wir wieder den Weg in das Zentrum. Beim Würstl Scheich gibt es zur Stärkung einen Classic Hot Dog. Empfehlenswert und günstig.
Würstl Scheich
Graz – Würstl Schleich
Graz – Bestellung beim Würstl Schleich – Wir sitzen vorne drinnen, der Dog wird gerecht geteilt.
Und nebenan „Die Eisperle“, die ihrem Namen gerecht wird.
Rechts vom Hotel Pupp geht’s es nach den Quellwasserproben, unterschiedlich salzig und bis zu 65° Grad heiß, und einem Besuch bei Manufaktura (100% tschechisch) hoch zum Dianaturm, zuletzt doch noch 150 Stufen, weil der Aufzug streikt.
Talstation der Standseilbahn
Standseilbahn
Aussichtsturm Diana
Und hier gibt es Krusovice, hell und dunkel.
Der Rückweg führt uns an der orthodoxen Kirche Peter und Paul vorbei. Karl Marx nimmt Kenntnis von unserem Besuch und die Villa Becher lädt zur Besichtigung ein.
Karl-Marx-Denkmal
Russisch-Orthodoxe Kirche St. Peter und Paul
Karlsbad – Villa Becher
Karlsbad – Villa Becher
Karlsbad – Villa Becher
Karlsbad – Villa Becher
Gerade noch sahen wir herausragende solitäre Villenarchitektur, Nun zerstört der Brutalismus das Bild.
Karlsbad- Alter Brutalismus
Karlsbad– Neuer Brutalismus
Gewitterzeit kündigt sich mit Vorboten an.
Wir nutzen diese Zeit im Inneren des städtischen Kurhauses und genießen das Sprudelbecken und die Dampfsauna.
Karlsbad – Städtisches Kurhaus mit Badeanstalt
Nach dem Picknick auf dem Balkon nutzen wir noch schnell die regenfreie Zeit, um eine kleine Flasche mit salzigen Quellwasser aus Nr. 15 abzufüllen. Die Fahrt morgen nach Graz ist lang, und Wasserdoping ist ein gutes Mittel gegen die Anstrengung und für die Fitness.
Kurz vor 13 Uhr starten wir nach unserer Arbeit Richtung Karlsbad. Der obligatorische Stopp nach ca. 2 Stunden versetzt uns das erste Mal ins Staunen. Hier wird hinter dem Zaun gegrillt. Unerreichbar für Parkende?
Autobahnrastplatz
Kurz vor Ablauf des gebührenpflichtigen Parkens um 18 Uhr erreichen wir das Hotel Romania. Vom Balkon genießen wir das Rauschen der Tepla. Morgen früh wird umgeparkt.
Mit einem ersten Spaziergang vorbei an den Heilbrunnen sehen wir uns genötigt, wie von vielen Besuchern genutzt, ebenfalls die schon fast obligatorische Schnabeltasse für das Heilwassertrinken zu kaufen. Ein Irrer Genuß, z.T 60 Grad heiß.
Brunnen in Karlsbad
Moni hat Hunger. Gut, dass wir ein Restaurant recherchiert haben. Leider ist dieses ukrainische Geschäft geschlossen. Aber Rettung ist im der Nähe, ein georgische Restaurant. Mit lauter Musik und einer Operneinlage werden wir im Wohnzimmer empfangen. 10 von 17 Plätze sind besetzt, alles wirkt familiär.
Restaurant Pirosmani
Restaurant Pirosmani
Georgische Essen muss traditionell sehr fleischladtig sein. Aber das frisch gebacken e Brot und der Salat sind klasse.