Sa, 12.08.2023 – Letzter Stopp in Prag

Die Nacht haben wir mit 2 größeren Heuschrecken verbracht. Vermutlich haben sie auch die Wärme und die grüne Zeltplane gesucht.

Die Einladung von Standa und Sarka konnten wir in Braunschweig nicht abschlagen. Wie werden rechtzeitig zum Grillen in Ricany, einem Vorort von Prag, da sein. Und wir verbringen ei en netten Abend mit Freunden bei sommerlichen Temperaturen und wunderbaren Gastgebern.

Fr, 11.08.2023 – Wien, ein dritter Versuch, diese Stadt zu verstehen und zu mögen

Tatsächlich haben die Hartliner bei kalter und feuchter Nacht unter der Plane geschlafen. Unser Zelt wärmt gut, und ein weiteres Gutes sind weiter Schal, Mütze und neu mein neuer roter Hoodie.

Wien haben wir für uns abseits der touristisch überlaufenen Innenstadt neu entdeckt. Endlich. Früh ging es in den Prater. Wenig los, aber dafür viel Spaß beim Fotografieren. Moni nimmt das Riesenrad, zusammen steigen wir in die Geisterbahn. Ich muß Moni beschützen.

Prater
Prater
Prater
Prater
Prater
Prater
Prater
Prater
Prater
Prater – Photobox

Die Route führt uns weiter zum Campus der WU Wien. Beeindruckend, diese Lernatmosphäre, Ruhe und Entspanntheit, die sich in der Konstruktion des Stadtteilteils Viertel Zwei fortsetzt.

Wien – Campus WU – Bibliothek von Zaha Hadid
Wien – Campus WU – Bibliothek von Zaha Hadid
Wien – Campus WU – Bibliothek von Zaha Hadid
Wien – Campus WU
Wien – Stadtteil Viertel Zwei
Wien – Stadtteil Viertel Zwei

Mit der U2 geht es weiter in die Innenstadt zur Jugendstilroute der Stadt Wien. Ein bisschen überbewertet, und dann noch durch die touristischen Massen. Mir ein Greuel. Und der Schirm wurde in der Albertina modern auch nicht abgegeben. Trotzdem gab es einige schöne Orte, und mit Falco gab es einen überraschenden Abschluss am Ende des Naschmarktes.

Wien – Votivkirche
Wien – Hl. Antonius
Wien – Feuerwehr
Wiener Baumkuchen
Wien – Jugendstilroute – Secession
Wien – Jugendstilroute – Ankeruhr
Wien – Jugendstilroute- Pavillipns Karlsplatz
Wien – Jugendstilroute – Wienzeilenhäuser von Otto Wagner
Wien – Falco

Heute bleibt die Küche kalt  es ein halbes Hähnchen kalt. Unser österreichisches Abendbrot mit Salat.

Do, 10.08.2023 – Ein Neustart mit Wien in Museen

Gestern Abend haben wir die Ziele für heute festgelegt. Albertina und die Jugendstilroute, die wir nun am Freitag machen.

Zum Frühstück gibt es witterungs- und gasbedingt eine Reminiszenz an Schottland. Porridge. Den Kaffee bestellen wir in der Innenstadt.

Wir starten mit der Albertina.

Wien – Albertina
Wien – Vor der Albertina
Wien – Blick von der Albertina
Wien – Albertina
Wien – Albertina – Ausstellung Valie Export
Wien – Albertina – Ausstellung Valie Export
Wien – Albertina – Ausstellung Valie Export
Wien – Albertina – Ausstellung Ofer Lellouche
Wien – Albertina – Ausstellung Götter, Helden und Verräter
Wien – Albertina – Ausstellung Götter, Helden und Verräter
Wien – Albertina – Feininger
Wien – Albertina – Feininger

Weiter geht es dann zum Semperdepot. Während des Besuchs der Ausstellung regnet es, Glück gehabt.

Ausstellung Steve McCurry im Semperdepot, Wien

Ausstellung Steve McCurry im Semperdepot
Wien – Steve McCurry Ausstellung – Eintrittskarte
Wien – Steve McCurry Ausstellung – Eintrittskarte
Ausstellung Steve McCurry im Semperdepot
Ausstellung Steve McCurry im Semperdepot
Ausstellung Steve McCurry im Semperdepot

Kino lief auf der Zeltwiese. Lehnstuhl zurechtrücken, Wein einschenken und zuschauen. Camper, die mit Bedienungsanleitungen hantieren und die Umsetzungen versuchen, neue Großraumzelte mit Überdruck versehene Luftwürsten gleich schlanken Bananen statt Stangen und das im wahrsten Sinne bei dieser kühlen Witterung coolste Zelt besteht an den Ecken aus 4 Fahrrädern, über die eine Plane gelegt und an den Fahrrädern befestigt wird. Darunter eine Plane als Liegefläche und die Seiten provisorisch verhangen. Morgen schaue ich mir diese Konstruktion genauer an.

Mi, 09.08.2023 – Vermutlich ein Regentag in Wien

Die Nacht war kalt, zu. Glück hatte ich die Schlafmütze und einen Schal eingepackt.

Es nieselt bis zum späten Nachmittag. Und beim Museumsbesuch in der Albertina modern wird Moni auch noch der Schirm geklaut, den sie neben einem Schirmständer abgelegt hatte.

Wien -Vor dem Parlament mit Schirm

Malade beginnt der Tag. Und das Wetter macht keinen richtigen Spaß bei der Außenbesichtigung von Wien. Dafür ist der Museumsbesuch schon ein Highlight. Die Außenstelle der Albertina Zeit zeitgenössische Kunst vom Feinsten. Nara, Warhol, Hirst, Dines, Lichtenstein, Smith, Kiefer u.a. sind z.T. großformatige in den hohen Räumen vertreten.

Wien
Wien – Albertina modern Noshitomo Nara
Wien – Albertina modern Noshitomo Nara
Wien – Albertina modern Noshitomo Nara

Im Laufe des Tages haben sich kleine Impressionen, an die ich mich später erinnern möchte.

Wien – Denkmal für die Trümmerfrauen
Wien – Parlament
Wien
Wien – Blick auf das Burgtheater
Wien – Rathaus hinter der Filmfestkulisse

Vielleicht schauen wir uns morgen einen Film an, sofern das Wetter und die Physe mitspielen.

Wien
Wien
Wien
Wien

Eine kleine Reminiszenz am Abend. Es gibt serbischen Salat, sehr fein. Rezept geben wir gerne weiter.


Dieser Beitrag wurde in der Herrendusche auf dem Zeltplatz erstellt. Wegen der Steckdose.

Di, 08.08.2023 – Weiterfahrt nach Wien

Die letzten Dinare werden wir nicht mehr umsetzen können. Vielleicht reicht das Geld noch für die Bezahlung der Maut in Landeswährung anstatt Euros. Wir nehmen hier die Visa-Währung, fast der gesamte Rest wird in Ayvar angelegt. Auf der Fahrt zum Aroma- Markt kommen wir am Partizan-Stadipn vorbei. JNA Grupa hat die grauen Fassaden mit Fußball-Motiven versehen.

Stadion Partizan Belgrad
Stadion Partizan Belgrad
Stadion Partizan Belgrad

Leicht bewölkt und angenehm kühl beginnen wir die Weiterreise nach Wien. Die serbische Grenze ist noch schnell passiert, die ungarischen Kontrollen für EU-Bürger gestalten sich zeitraubender. Aber Türen müssen nicht geöffnet und die dahinter verborgenen Schätze erklärt werden. Falsche Annahme! Aber wir haben nichts zu vergolden, und der Kontrolleur ist zufrieden mit dem Blick in den Kofferraum.

Nach 8 Stunden haben wir den Zeltplatz in Wien an der Donau erreicht. Es gibt nur noch Zeltplätze ohne Stromanschluß. Stromanschluß ist bei den Duschen. Dafür ist die U-Bahn in die Stadt und der Prater jenseits der Donau sehr nah.

Wir werden sparsam mit den Batterieladungen umgehen. Bilder und Einträge werden daher sparsamer ausfallen.

Unser Zeltplatz bei kühlem Wetter

Mo, 07.08.2023 – Museumstag in Belgrad

Belgrad – Wegweiser

Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Museum für zeitgenössische Kunst, d.h. ausschließlich Kunst serbischer Künstler ab dem 20. Jahrhundert. Die Route führt uns an den Hauptbahnhof und den Busbahnhof vorbei. Vor uns erhebt sich die mächtige Statue von Stefan Nemanja.

Belgrad – Denkmal Stefan Nemanja vor dem Hauptbahnhof

Über die Grüne Brücke überqueren wir die Sava Richtung Neustadt. Die Straßenbahnen rumpeln über die Brücke, die Geräusche sind später noch von weitem hörbar. Die Bahn überträgt spürbar die von den unebenen Spuren erzeugten Schwingungen auf die Eisenkonstruktion. Rostige Elemente geben den Blick nach unten frei.

Belgrad – Waterfront
Belgrad – Waterfront

Das Museum ist nicht nur architektonisch, sondern auch vom Darstellungskonzept und den Werken sehr interessant. Besonders die Linolschnitte aus den zwanziger und dreißiger Jahren sind so klar und wirkungsvoll in ihrer Aussage und Darstellung.

Belgrad – Museum für zeitgenössische Kunst
Belgrad – Museum für zeitgenössische Kunst
Belgrad – Museum für zeitgenössische Kunst
Belgrad – Museum für zeitgenössische Kunst
Belgrad – Museum für zeitgenössische Kunst
Belgrad – Musrum für zeitgenössische Kunst

Und kurzweilig kann es hier auch noch zugehen.

Belgrad – Musrum für zeitgenössische Kunst

Mit dem Salon für zeitgenössische Kunst, ein Raum im Erdgeschoss in der Nähe der französischen Botschaft, beenden wir unsere Museumstour. Von der nahegelegenen Festung schauen wie ein letztes Mal die Sava flussabwärts. Rechtzeitig vor dem angekündigten Regen um 17 Uhr wollen wir wieder im Hotel sein und das Restaurant ausprobieren.

Belgrad – Straßenverkauf
Belgrad – Straßenverkauf von T-Shirts mit den Abbildern von Tesla, …

So, 06.08.2023 – Regenfrei in die Altstadt von Belgrad?

Das Frühstück ist ei-dominierend und wird nach Auswahl zubereitet. Ich mag EIER.

Bereits vor 8 Uhr brechen wir zur Altstadt auf. Den ab 15 Uhr soll es regnen. Bis dahin haben wir wolkig sonniges Wetter. Auf dem Weg zur Festung legen wir bei dem beeindruckenden Dom des Heiligen Sava, der erst 2003 eröffnet wurde, einen ersten Stopp ein. Do viel Blattgold und Marmor, Oligarchen machen es möglich.

Belgrad – Dom des Heiligen Sava
Belgrad – Dom des Heiligen Sava
Belgrad – Dom des Heiligen Sava
Belgrad – Dom des Heiligen Sava

Vorbei an Hausfassaden aus unterschiedlichen Epochen und Zuständen erreichen wir die große Festungsanlage im Vaubanstil. Toll wie die Räume zwischen den 3 Festungsringen genutzt werden: Tennisplatz, Basketballplatz, Dinoland für Kinder, Spielplatz oder Waffen-Museum.

Belgrad – Altstadt
Belgrad – Hotel Moskau
Belgrad – Festung
Belgrad – Festung

Von hier oben haben wir einen sehr schönen Ausblick auf die Neustadt und den Zusammenfluß der Sove in die Donau.

Belgrad – Festung
Belgrad – Festung
Belgrad – Festung
Belgrad – Festung

Um auch den umgekehrten Blick zu erhalten, überqueren wir die naheliegende Brücke. Der Blick ist jedoch nicht ganz so beeindruckend wie erwartet.

Belgrad – Zappa Barka auf der Sava

Durch die Markthalle geht es zurück ins Hotel. Heute soll die Wäsche nicht gewaschen werden.

Belgrad – Markthalle
Belgrad – Markthalle

Nach fast 17 km erreichen wir das Hotel, und wir können sogar noch ein Bier im Biergarten trinken. Dann setzt wie vorhergesagt der Regen ein.

Belgrad – Fußgängerbrücke zum Hotel

Sa, 05.08.2023 – Das erste Mal wieder in einem Nicht-EU-Land

Vielleicht nehme ich heute eine Ruhepause. Bestimmt werden aber die vielen neuen Eindrücke ein Anderes bewirken.

Vorher werden die letzten 34 Lei auf dem Markt und in der Bäckerei ausgehen. Dabei kommt es gleich beim Kniblauchkauf zu einer Verwechslung. Der alte Mann fragt Moni, ob sie Knoblauch verkauft. Die Situation ist schnell aufgelöst, und die wahre Verkäuferin kommt dazu.

Im Nirgendwo, der Grenzübergang. An der rumänischen Grenze werden wir kontrolliert. An der rumänischen Grenze muß Moni die Türen öffnen. Kühlschrank mit Weintrauben, Geschirrkiste mit blauem Sieb, Campingutensilien, …. Der Grenzbeamte ist zufrieden, wir glauben, eher verdutzt.

Rumänische Grenze
Serbische Grenze

Angekommen, in der „Alten Mühle“ Sarma und Cevapcici gegessen, der angekündigte Starkregen setzt um 14.30 Uhr ein, wir kehren leicht durchnässt ins Zimmer zurück. Der erste Tag in Belgrad ist wohl ins Wasser gefallen. Oder gibt es am Abend noch ein Regenloch? NEIN.

Fr, 04.08.2023 – 37 Grad im Schatten

Wir warten auf den Vaporetta. Ich frage Moni. „Was nehmen wir mit aus Rumänien?“

Rumänien ist sehr unterschiedlich, mit einer anderen Verbindung zur Tradition im Nordosten, Bekreuzigen, auch beim Vorbeigehen an Statuen, Ärmlichkeit, Rückständigkeit, schick durch das Dorf gehen, mit dem Fahrrad durch das Dorf cruisen, Pferdekutschen, Kühe an der Straße, Englisch wird auf der Straße nicht gesprochen, …

In Temeswar: frisch gebackenes Brot mit Mohn oder Sesam, westliche Kleidung, Verständigung auf Englisch, Verkehrsmittel mit Card-Ticket, …

Insgesamt gilt für Rumänien: viele verschiedenreligiöse Kirchen (römisch- katholisch, serbisch-orthodox, griechisch-orthodox, jüdisch), viele Menschen in und manchmal auch vor den Kirchen …

Mit dem Vaporetto fahren wir zur Serbischen Kathedrale und suchen die letzten verbleibenden Sehenswürdigkeiten auf. Unter anderem fehlt noch die Besteigung des temporären Baumturmes. Ich werde mich anstrengen und die Ängste durch Freude vertreiben. Ob das klappt? … Fast.

Timisoara – Serbische Kirche
Timisoara – Blick auf den begrünten temporären Turm
Timisora – Blick vom begrünten temporären Turm

Es wird spürbar wärmer. Daher besuchen wir nach dem korenischen Mittagessen zum Ausruhen wieder den Innenhof der temporären Sculptura-Ausstellung der ehemaligen Militärschule und die klimatisierten Räume des Kunstmuseums.

Timisoara – Kunstgalerie – Foto vom Aufstand 1989
Timisoara – Kunstgalerie

Mit dem Vaporetto geht es dann am späten Nachmittag zurück. Belgrad müssen wir noch vorbereiten.

Do, 03.08.2023 – Wir suchen die Angebote der Kulturhauptstadt auf.

Die Temperaturen klettern am späten Vormittag auf 34 Grad. Im Schatten eines Schirmes trinken wir einen Cappuccino und beobachten das Treiben zum Jahrestag der Stadt. Militär, Gendarmerie, Feuerwehr und weitere uniformierte und bewaffnete sowie unbewaffnete Gruppen sind paradengleich aufmarschiert. Erst erfolgt die geistliche Zeromie mit Weihrauch. Dann wechseln sich die städtischen und kommunalen Sprecher mit Grußworten ab. Die Hitze fordert auch bei den teilnehmenden Uniformträgern ihren Tribut. Sanitäter geleiten die Betroffenen in den Schatten und versorgen diese. Nach fast 90 Minuten ist die Veranstaltung zu Ende. Die städtischen und kommunalen Vertreter verlassen den Schattenbereich der kleinen Bühne und müssen nun auch in der Donne den Heim- oder Arbeitsweg antreten.

Heute schaffen wir in 15 km alle Plätze zu besichtigen. Timisoara besitzt fast 10.000 denkmalgeschützte Gebäude. Und an vielen, und insbesondere in der Innenstadt, wird saniert. Sehr gelungen war die Weiternutzung der ehemaligen Militärschule für Ausstellungen und Kulturangebote.

Ehemalige Militärschule
Ausstellung in der ehemaligen Militärschule
Ausstellung in der ehemaligen Militärschule
Ausstellung in der ehemaligen Militärschule
Besuch der Ausstellung Sculptura

In der Touristinfo erhalten wir einen Tipp für eine Abendveranstaltung im Teatrul de Vara (Orchester Liea, Pasha Parfeni, ….). Hin fahren wir mit dem Valporetto für 21 Cent je Person, zurück nehmen wir die Tram für 82 Cent je Person. Bezahlt wird in den Fahrzeugen per Card. Alles ganz einfach.

Vaporetto auf der Bega
Teatrul de Vara
Teatrul de Vara
Teatrul de Vara

Mi, 02.08.2023 – Die Fahrt zur Kulturhauptstadt Timisoara

Das Navi hatte uns gewarnt. Aber es kam noch anders, weil eine Autobahnauffahrt und die Autobahn vollständig gesperrt war. Nach gut 9 Stunden haben wir die Strecke von 560 km nach Temeswar abgefahren, eben die kürzeste. Nun erfolgt nach dem Check-In beim Rentner eine kleine Runde durch das Stadtviertel und die Nahversorgung mit Spezialitäten aus dem Glas, Draculawein, Bergenbier und lokalen Backwaren für die rumänische Sülze. Morgen starten wir, die Erwartungen sind enorm.

Shine up your light – light up your city“

Di, 01.08.2023 – Markt in Gura Hamora und Neues von Tante Elli

4:30 Uhr beginnen die Marktbeschicker klappernd die Standstangen in die richtige Ordnung zu bringen. Erste Stimmen geben Kommentare und Anweisungen.

Gura Humora – In der Nähe der Markthalle
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – Bei der Markthalle
Gura Humora – Markt
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – In der Nähe der Markthalle

Das Telefonat mit Tante Elli war vielversprechend. Nach dem Kontakt mit ihrem Sohn konnte sie die Unterlagen über das Schwarzthal für uns zur Verfügung stellen. Wir fahren zurück ins Schwarzthal, wie gestern 6 km über einen Feldweg. Die gemeinsame Zeit mit ihr war sehr nett und offen informativ. In den Unterlagen befanden sich auch Skizzen der Wohnorte der Einwohner vom Schwarzthal um 1930. Darin befindet sich die Lage des Hauses von Josef Pilsel.

Auszug aus der Lagebeschreibung der Einwohner um 1930
Ungefähre Lage des Hauses von Josef Pilsel

Tante Elli berichtet noch, dass die Kirchenbücher in der römisch-katholischen Kirche in Gura Humora sein könnten. Daher besuchen wir noch die Kirche, um weiteres zu erfahren. Erst nach der Mittagszeit erreichen wir telefonisch einen Geistlichen, der uns empfängt. Die Kirchenbücher sind jedoch nicht in der Kirche hinterlegt. Wir vermuten, daß diese auf der Flucht on Österreich, Polen oder Deutschland verschollen sind. Aber wir werden weiter recherchieren und Kontakte auch aus dem Internet nutzen.

Im Schwarzthal
Gura Humora

Spannend ist die Frage zum Abschluss des Abendessens. „50 oder 100 cl?“ Traditionell werden 100 cl getrunken, ich entscheide mich für die halbe Menge. Gemeint ist Palinka Vlad Tepes, ein Pflaumenobstler. Er schmeckt sehr gut nach dem traditionellen Essen mit Mamaliga.

Mo, 31.07.2023 – Der Friedhof in Vadu Negrelesei (Schwarzthal)

Koordinaten des Friedhofs in Vadu Negrilesei (Schwarzthal): 47.389196, 25.835772 Cimitirul Vedul Negrilesei, Vadu Negrilesei, Suceava.

Friedhof Vadu Negrilesei

Nach dem Frühstück besuchen wir die Markthalle und die angrenzenden Spezial- und Individualgeschäfte.

Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – Markthalle
Gura Humora – An der Markthalle

Wurden unsere Erwartungen an den heutigen Tag erfüllt? Trotz Hilfe durch Dorfbewohner und die Familie von Theo, der in Deutschland bei Porsche in der Montage arbeitet und immer wieder dolmetscht, kommen wir bei der Klärung der Lage des damaligen Hauses der alten Fotografien nicht weiter. Nun kann nur noch Tante Elli helfen. Sie lebt alleine am Dorfausgang. Leider können wir auf den Weg dorthin Theo als Führer nicht mitnehmen. Wir haben nur zwei Sitze zur Verfügung. So nimmt er einfach seinen Squad, obwohl es noch regnet, und er spricht von „meine Wäsche ist gewaschen“. Leider muss Tante Elli bei ihrem Sohn in Deutschland anrufen, um zu erfahren, wo sich die Karte mit den Eintragungen der ersten Siedler befindet. Tante Elli ist im Dezember 1940 und spricht gut deutsch. Sie lebt in dem großen Haus alleine. 4 Hunde passen auf, denn auch Bären und Wölfe leben im angrenzenden Wald. Drei sind angeleint, und der 4. lernt gerade das Bellen. Der Sohn ist nicht erreichbar, daher telefonieren wir morgen miteinander, um zu klären, ob und wo sich die Karte im Haus befindet. Neue Hoffnung?

Auf dem Friedhof sind keine Spuren der Familie zu finden. Es befinden sich aus der Siedlerzeit nur noch 5 alte Grabsteine. Die Familiennamen passen auch zeitlich.

Vadu Negrilesei
Vadu Negrilesei – Friedhof
Vadu Negrilesei – Friedhof

Wir sollen bei Theo, der erst gestern mit dem Bus aus Deutschland angekommen ist und bis fünf Uhr heute morgen die Rückkehr mit dem Schwager in der Sommerküche gefeiert hat, übernachten und das Hotel vergessen. Das passt aber nicht mehr, und wir haben auch noch weitere Ziele.

Aufgang zum Kloster Voronet

Wir machen auf der Rückfahrt zum Hotel die geplante Besichtigung des Klosters in Voronet. Vom viel gepriesenen Blau der Fresken ist nicht mehr viel zu spüren. Der Aufgang zum Kloster erinnert uns an den Aufgang zur Burg Bran in Brasov (Drakulaburg).

Aufgang zum Kloster Voronet
Voronet – Kloster
Voronet – Kloster
Voronet – Kloster
Unterwegs

So, 30.07.2023 – Ins Schwarzthal

Auberginenmus, Kartoffelsalat und mit Käse gefülltes Spiegelei gibt es zum Frühstück. Und an der Ecke des Frühstückstisches steht eine kleine Flasche mit Obstbrand und Schnapsgläser. Nach einen kleinen Spaziergang durch Baia Mare brechen wir um 10.30 Uhr Richtung Gura Humora auf. 250 km liegen vor uns, und die Karoatenausläufer unter dem Autoprofil. Dorf an Dorf, Serpentine am Serpentine, um kurz vor 18 Uhr haben wir es geschafft. Nicht aber die Grillplatte für 2 Personen. Eine Platte für 2 Personen für 2 Tage. Nun haben wir für den nächsten Tag auch noch reichlich Doggy Bag. Und zum Abschluß gönne ich mir einen Pflaumenschnaps, der Menge war auch dieses eher für 2 Personen bemessen.

Baia Mare – Hotel Pictorilor
Baia Mare
Baia Mare
Baia Mare
Nordrumänien
Nordrumänien
Kloster auf der Spitze des Prislop-Passes auf 1413 m.
Nordrumänien
Nordrumänien
Gura Humora – Hotel Buchenland
Gura Humora – Restaurant Buchenland
Gura Humora
Gura Humora
Gura Humora – Olha Kobyljanska Denkmal

Sa, 29.07.2023 – Ankunft in Rumänien

Um 9 Uhr brechen wir vom Zeltplatz auf. Unser Ziel liegt heute ca. 600 km östlich in Baia Mare, Rumänien. Leider haben wir nicht bedacht, dass Rumänien noch nicht dem Schengenraum beitreten durfte. Österreich hatte interveniert. Jetzt brauchen wir durch die Grenzkontrolle über 1,5 Stunde länger bis Baia Mare. Unsere sehr schöne gepflegte Pension erreichen wir nach über 8 Stunden Fahrt.

Mit traditionellen Gerichten (Samale und Mamaliga) beenden wir den Tag in Baia Mare. Unter regendichten Schirmen können wir unser Essen bei einem Gewitter genießen.

Baia Mare – Colonia Pictorilor
Baia Mare – Restaurant Millennium
Baia Mare
Baia Mare
Baia Mare
Baia Mare
Baia Mare

Fr, 28.07.2023 – Mit der Fähre über den Balaton

Unser Geld reicht nicht. Uns fehlen 40 Forint oder ein Geldautomat. Der Busfahrer ist sehr freundlich und nimmt uns mit nach Tihany. Dort besichtigen wir das Kloster. Anschließend gehen wir zum Hafen und setzen mit der Fähre auf ein Bier über. Die Fähre ist für Rentner sogar umsonst, ein Ticket wird nach Prüfung unserer Berechtigung ausgestellt. Nach der Rückfahrt geht es im vollen Bus zurück zum Zeltplatz. Kartoffeln und Maiskolben warten auf uns.

Busfahrkarte von Balatonfüred nach
Balaton Fährkarte
Tihany – Eintrittskarte Kloster
Tihany – Kloster
Tihany – Kloster
Tihany – Kloster
Tihany – Kloster
Tihany – Kloster mit Andreas und Anastasia
Balaton – Fähre
Balaton – Fähre
Balaton
Balaton
Balatonfüred- Camping Balatontourist

Nun geht Moni nach dem Spaziergang über den lebhaften Zeltplatz doch noch ins Wasser.

Im Balaton.

Do, 27.07.2023 – Die Kulturhauptregion Balaton

Die Nacht war relativ kühl. Der Regen hat nicht mehr eingesetzt. Das Zelt ist wieder trocken und genießt die warme Sonne unter blauem Himmel in Strand- und Hafennähe am größten Binnensee West- und Mitteleuropa.

Auf den Spuren von Gizela und Stefan streifen wir tagsüber durch das Burgviertel und die Innenstadt. Mittagessen gibt es in einem sozialistischen Relikt mit Essenssaal. Reichhaltig zu Bürgerpreisen, gelbe Bohnensuppe und Betnerrolle mit Spinar- und Salamifüllung. Wasser ist umsonst.

Gourmandia
Gourmandia
Gourmandia

Ob Moni wohl heute ihren neuen Bikini im milchiggrünem seidigem – wie Salzgurkenlake – Balaton einweiht? Vielleicht morgen, bei mehr Sonne.

Hinter dem Heldentor sind wahre Helden dabei, das Burgviertel für die Kulturhauptstadt unter Beobachtung von Stefan und Gizela herauszuputzen.

Vespern – Heldentor
Veszprem – Burgviertel
Veszprem – Burgviertel
Veszprem – Burgviertel
Stefan und Gizela

Ein Abstecher zum Weingut St. Donat erlaubt uns einen herrlichen Blick auf den Balaton.

Mi, 26.07.2023 – Besuch der Kulturhauptstadt Veszprem beim Plattensee

Nach etlichen Mißverständnissen bekommt Moni um 14 30 Uhr ihre Gulaschsuppe. Vezprem erkunden wir morgen, nun geht es weiter zum Zeltplatz, der überraschenderweise der Schönste in Ungarn sein soll. Baia Saraceno ist dann der Schönste der Welt.

Erste Impressionen nehmen wir auf unserem ersten Rundgang zum See mit. Aber alles ist im Wandel, auch die Unterkünfte.

Balatonfüred – Csmping Balatontourist
Balatonfüred – Csmping Balatontourist
Balatonfüred – Csmping Balatontourist
Balatonfüred – Csmping Balatontourist

Ohne Brille am Abend im Zelt fällt es mir schwer, orthografisch und grammatikalisch korrekt die Einträge auf dem Smartphone zu verfassen. Als Beispiel lasse ich die Bildunterschriften stehen.

Di, 25.07.2023 – Bratislava

Das angekündigte Gewitter ist bislang ausgeblieben. Ich mache ein paar Aufnahmen, damit ich den Zeltplatz nich vergesse. Angefangen bei der Tor-Security führt der Weg an die örtlichen Waschgelegenheiten vorbei.

Bratislava – Camping Zlate Pieske
Bratislava – Camping Zlate Pieske
Bratislava – Camping Zlate Pieske
Bratislava – Camping Zlate Pieske

Der grell erleuchtete Regen ist nun doch noch gekommen. Schön, nun werden die Reste der Blattläuse eingeweicht und abgespült.

Um 14 Uhr lädt der Regen nach. Mit unserer Tram 4 geht es am Nachmittag zu den beiden nah beieinanderliegenden jüdischen Friedhöfen.

Der Dienstag ist der Montag. Die Museen haben heute geschlossen. Somit können wir vom Burgberg wieder zurück in die Altstadt gehen, ein Stop wird beim Holocaust-Denkmal und bei der Krönungskathedale des Heiligen Martin eingelegt.

Die Kathedrale des Heiligen Martin
Die Kathedrale des Heiligen Martin

Mo, 24.07.2023 – Bratislava

Nach einem ausgiebigen Lidl-Frühstück mit Speckbockwurst von Billa machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. 20 Minuten dauert die Fahrt mit der Tram 4 für 55 Cent.

Bratislava – Camping Zlate Piesky

Bei 33° verlaufen wir uns auf dem Andreas-Friedhof.

So, 23.07.2023 – Ankunft in Bratislava

Was für ein Gegensatz! 140 km weiter südlich weicht das Hotel einem spätsozialistischem Campingplatz. Immerhin gibt es 2 Geschirrwaschbecken. Für die Toilette und die Waschgelegenheiten erhalten wir einen Schlüssel, für den Zugang einen folierte Campingpatzausweis, die Nummer 19. Wir sind auf das Tageslicht für eine Erkundung des Campibplatzes gespannt.

Und Bratislava ist heute am Sonntag gut besucht. Trotz heißen Temperaturen haben sich junge Familien und viele Touristen hier eingefunden. Sehenswert sind die Burganlage und die Blaue Kirche. Morgen schalten wir einen Gang zurück und bummeln durch die Altsradt.

Campingplatz Zlate Piesky
Bratislava – Zeltplatz
Campingplatz Zlate Piesky
Endstation der Tram 4 Station Zlate Piesky

Das Zelt wird nun eingeweiht. Platz ist ordentlich vorhanden. Die Gemüsepfanne mit feinsten Lidl-Gemüaeppodukten schmeckt, auch wenn der Knoblauch leicht muffig ist. Die Markthalle ist aktuell zu einem Kunstobjekt umfunktioniert. In Röhren aus Folien können Kinder spielen.

Bratislava – Markthalle

Sa, 22.07.2023 – Der 2. Tag in Brünn

Blick aus dem Zimmerfenster im Hotel Europa

Für heute haben wir uns drei Eintrittskarten aufgehoben.

Beinhaus
Turm des Alten Rathauses
Labyrinth unter dem Krautmarkt

Die Besichtigung des Rathausturmes gefällt mir gut. Ich muss nicht auf den schmalen Balkon, und die Sicht von innen durch die Fenster ist recht passabel.

Bei der 3. Eintrittskarte bezahle ich mit, aber ich gebe auf. Eine Stunde unterirdisch unterwegs zu sein, verkrafte ich nun doch nicht. Ich kaufe mir, während Moni durch die Keller geführt wird, eine Lesebrille, und wenig später habe ich sie schon verloren.

Die Führung durch die Aussenanlage der Villa Tugendhat findet um 15.30 Uhr statt. Ein sehr interessantes und schönes Gebäude mit einer bewegten Geschichte der Eigentümer.

Eingang zur Villa Tugendhat
Der Durchblick im Eingangsbereich der Villa auf Brünn

Fr, 21.07.2023 Der 1. Tag in Brünn

Rechtzeitig vor dem Regen haben wir die ersten Highlights (Spielberg, Kathedrale St. Peter und Paul, Krautmark, Mährischer Platz) besucht. Sogar bei Tesco haben wir die ersten Einkäufe mit tschechischen Produkten erfolgreich abgeschlossen. Schwer beladen hängen die schwarzen Jutetaschen an unseren Armen und versuchen, das Blut abzuschnüren. Auf der Zielgeraden zum Hotel machen wir einen Stopp in der Kneipe vom gestrigen Abend. Nach 2 leichten Bieren und einer halben Bratwurst mit Senf, Meerrettich und Kümmelbrot beenden wir den Tag. První Doubravnická restaurace. Morgen geht es wieder los in die Altstadt und zur Villa Tugendhat.

Doubravnika Restaurant
Konservatorium
Villa Tugendhat
Krautmarkt
Ausstellung junger Künstler
Brünn – Roma Museum – Eintrittskarte
Brünn – Roma Museum – Eintrittskarte
Roma Museum

Do, 20.07.2023 Anreise nach Brünn

Was für eine Anreise. Verkehrschaos um Dresden, die Weiterfahrt nach der Abfahrt durch Reinsberg aufgrund einer Sperrung nicht möglich, das Navi will partout nicht die Route über die Autobahn in Tschechien nehmen. Einstellungssache. Maut Strecken meiden war die falsche Option im Navi. Nun sind wir 90 Minuten früher in Brünn, reine Planzeit. Oje, die Anfahrt zum B&B Hotel ist aufgrund Straßensperrungen nur umständlich zu erreichen. Schreck, das Zimmer Nr. 2 ist bereits belegt, … ich habe für eine Woche später Zimmer gebucht. Wir suchen uns das Hotel Europa aus, bezahlen den öffentlichen Parkplatz in der Innenstadt und ertrinken das Erlebte an der Ecke mit einem leichten Bier.

Bukowina – Beinamen

Nach dem Ersten Weltkrieg, als das multiethnisches Imperium Österreich-Ungarn zerfallen war, wurden Beinamen für die Bukowina populär, die auf das (lange friedliche) Zusammenleben mehrerer Ethnien verwiesen, etwa „Europa im Kleinen“ oder „Schweiz des Ostens“. Entsprechend dem Beinamen „Klein-Wien des Ostens“ für Czernowitz wurden Bukowiner manchmal als „Buko-Wiener“ bezeichnet. Aufgrund der Entfernung vom imperialen Zentrum kursierten zeitgenössisch wenig schmeichelhafte Bezeichnungen wie „K.u.k.-Strafkolonie“ und „Halb-Asien“.

aus: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa – Bukowina

Die Vorbereitungen.

Etliche Recherchen im Internet und in einer amerikanischen Datenbank lassen ein erstes Bild der Ahnentafel entstehen. Und das Schwarzthal wird greifbarer.

Kirche und Schule im Schwarzthal 1905