8. April 2021 – Ein Schnelltest vor der Abfahrt nach Bad Vilbel

Um 7.50 Uhr stehen wir draußen vor der Arztpraxis und warten. Mein Friseurtermin ist um 8.30 Uhr. 8.15 Uhr verlasse ich die Schlange und fahre mit dem Fahrrad zum Salon des Herrn. Als ich zurückkomme, kommt Moni aus dem Treppenhaus. Ich reihe mich wieder ein. Um 9.55 Uhr komme ich zuhause an.

Der Schnelltest.

David, Lina und Moni sind ebenfalls negativ getestet. Wir starten Richtung Bad Vilbel.

6. April 2021 – Stelzner´s Gedicht erhält eine Fortsetzung

Guten Morgen, Deutschland ! Früh am Morgen, ich lieg wach und denke über vieles nach. Zuerst kommt mir in den Sinn, dass ich ziemlich macht-, hilf- und auch schlaflos bin!

Die Nacht war unruhig, kurz und schwer, ab Mitternacht ging Schlafen gar nicht mehr. Da saß ich kerzengrad im Bett und scrollte mich durchs Internet und frag mich jetzt: „Was ist hier los? Warum sind hier Gier und Neid so groß? Warum sind wir so von Angst und Hass geprägt? Wer hat denn diese miese Saat gelegt? Warum sind wir so sehr drauf bedacht nur zu sehen, wer hier Fehler macht?“

Das bringt’s doch nicht! Das hat kein’ Wert! Das ist der Fehler, der so viel zerstört! Kann das nur am Virus liegen, dass wir uns in die Flicken kriegen oder spielt’s die Krise nur ans Licht, demaskiert diese Seuche unser Gesicht? Sind wir in Wahrheit Egoisten, Egomanen, die nur den eignen Vorteil planen? Sind wir am Ende so banal und uns die anderen scheißegal? Verdammt nochmal! Das wär’ fatal!

Früh am Morgen ich lieg wach und denke über vieles nach, und dann, dann kommt mir in den Sinn, dass ich trotz allem noch voll Hoffnung bin. Ich denke mir: „Ja – wir kriegen’s hin, weil das sind wir unseren Kindern schuldig, denn die ertragen sehr geduldig, was mit ihrer Welt geschieht, wie sich ihr Horizont zuzieht, wie’s dunkel wird am Firmament, wie nichts mehr bleibt, so wie man’s kennt!

Sie sind es, die ertragen müssen, wie aus einer Welt aus Überflüssen, aus Reichtum, Freiheit, Perspektiven, aus unterschiedlichsten Motiven eine Welt geworden ist, die so nicht mehr zu halten ist.

Wir haben ihnen hier vermittelt, diese Welt ist grob gedrittelt. Und wir, wir leben in der ersten. Da ist das Leben nicht am schwersten! Nur, ist dieses Leben jetzt passé und bist du zwanzig, tut das weh! Wie muss das sein, wenn man nur hört: Du bist es, der die Welt zerstört! Ihr seid es, die sie retten müssen! Das hämmert sich in ihr Gewissen!

Klimawandel, Kriege, Krisen – die ganze Welt steckt in den Miesen. Und dann noch Seuche, Virus, Pandemie – Lockdown – sowas hatten wir doch nie! „No Future“ war dagegen nur ’ne Mode! Doch jetzt: der Wahnsinn hat Methode.

Nee, ich möchte nicht mehr 20 sein. Mehr fällt mir dazu jetzt nicht ein! Außer …doch, das eine noch: Es gibt tatsächlich Menschen hier: Die keifen stets nur: „Und was’s mit mir?“

Guten Morgen, Deutschland – Guten Morgen, Egoistien!

Wo bleibt Vito?

Auf der Rückfahrt von der Erdbeerplantage machen wir beim Blumenladen Halt. Vielleicht gibt es Neuigkeiten von Vito, unserem Stadtteilversorger aus Italien. Moni erfährt, dass Vito am Donnerstag die Restaurants wieder beliefert hat. Am Samstag wird er aber nicht am üblichen Platz seine Waren anbieten. Die Enge am Parkplatz-Stand macht es in Coronazeiten unmöglich, die Hygienebsestimmungen umzusetzen. Nun sind Alternativen gefragt, aber eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Zur Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen zeige ich ein altes Foto.

Italienische Waren

Im Anschluß war ich bei Mike. Der Salon des Herrn hat wieder geöffnet, und nach wochenlanger Hochsaison ist nun wieder Ruhe eingekehrt. Glück für mich, ich komme gleich dran. Vorher noch kurz registrieren, Haare waschen lassen und dann geht es schon los.

Corvid-19

Interessante Mitteilungen im Zusammenhang mit der Schließung von Geschäften findet man in vielfältigster Form oder eher in vielfältigsten Versuchen. Aber in diesem Tatoostudio würde ich mir keinen Namen in die Haut stechen lassen.

Tattoo-Shop

28.04.2020 Wirkung von zahllosen Corona-Tagen aus der Sicht eines Tieres

In der Kulturzeit gibt es weiterhin Kultur trotz(t) Corona. Das Gedicht von R.M. Rilke beschreibt sehr schön die Situation von beiden Seiten – Mensch und Tier.

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

23.04.2020 Essen auf der Treppe

Heute Abend sind Laura und Daniel vorbeigekommen. Es gab Kartoffelpuffer mit Apfelmus und als 2. Gang asiatische Nudeln. Und zum Nachtisch in Erinnerung an das einsame Osterfest verschiedene Hello-Eier. Serviert wurde auf der Treppe.

Auf dem Ringgleis

Bei wieder strahlendem Sonnenschein begeben wir uns frühmorgens mit unseren Fahrrädern auf den Rundkurs. Ein kleiner Umweg aufgrund schlechter Ausschilderung am Schloss Richmond schraubt unsere Gesamtstrecke auf über 25 km. Und gegen Mittag nimmt die Nutzungshäufigkeit auf dem Trail sichtbar zu. Nun könnte auf einigen Abschnitten nur noch eine Trennwand helfen.

Beim Nachwuchszentrum.
Der Westbahnhof-Grill.
Beim Bäcker.
Auch Donald genießt die Sonne.

Die 1. Aprilwoche – Im Viertel und in der Stadt

Einlassbeschränkungen und Warteschlange am Eingang
Regelungen am Stand

Pause in der Stadt

Ansonsten: Die Arbeit einteilen, großzügig auf die Woche(n) verteilen und dann diese auf den ganzen Tag ausdehnen. Die Kontaktbeschränkungen werden bestimmt weiter andauern, und die Beschäftigung soll nicht ausgehen. Und unsinnige Dinge wie z.B. das Sortieren von Schrauben nach Größe, Beschaffenheit und Zweck müssen noch nicht in Erwägung gezogen werden.

Gute Nacht Deutschland! Schlaf gut! Die Welt schaut zu!

Heute wurde in der Braunschweiger Zeitung ein Gedicht von T. Stelzner veröffentlicht. Nachzuhören ist dieses auch auf Youtube.

Um Mitternacht, ich liege wach
und denke über vieles nach.
Zuerst kommt mir direkt in den Sinn,
dass ich extrem geborgen
und ziemlich frei von Sorgen bin.

Obwohl längst Nacht und wirklich spät,
das Licht, es brennt, die Heizung geht.
Das Wasser läuft, das Dach ist dicht.
Der Regen draußen stört mich nicht.
Das Haus ist ruhig, die Kinder auch.
Nicht eines krank, kein Hungerbauch.
Sind alle fit, satt und gesund.
Sie schlafen tief – für Angst keinen Grund.

Das ist ein Glück – das größte schier.
Wir leben jetzt, wir leben hier.
Nur 100 Jahre früher, eventuell auch später,
was taten/täten Mütter, Väter,
um sich ganz so bewusst zu sein
Es geht uns gut! Wir hatten Schwein!

Nur 1000 Kilometer, die Richtung fast egal,
da leiden Menschen größte Qual.
Da herrscht Verzweiflung, Angst, und Not.
Da stirbt die Hoffnung, siegt der Tod.
Da fragt sich Mensch: Warum? Warum nur wir?
Warum herrscht Krieg und Seuche hier?
Warum ist Leben hier so schwer?
Es geht mir schlecht! Ich kann nicht mehr!

Um Mitternacht, ich liege wach
und denke über vieles nach.
Als Zweites kommt mir in den Sinn,
dass ich hier ziemlich sicher
und dafür unermesslich dankbar bin:
All denen, die auch nachts noch tun,
was nötig ist – sie tun es nun.

Ich liege hier und schreibe bloß
dieses Gedicht – wie ahnungslos!
Ich weiß genau, ich weiß es nicht
wie’s ist, wenn man zusammenbricht
unter der Last, dem Druck, dem Stress,
der einen nicht mehr ruhen lässt.

Was für ein Glück, das größte hier.
Die Menschen, die stets dir und mir
zur Seite stehen und dafür Sorgen..
Das Licht, es brennt auch noch am Morgen.
Das Wasser läuft, die Heizung geht –
egal wie kalt, egal wie spät –
wir sind versorgt. Wir werden satt
und wenn es jemand nötig hat,
dann sind sie da, ob Tag, ob Nacht,
verarzten uns und halten Wacht;
sie hegen, pflegen und versorgen
und bleiben meist dabei verborgen.
Sie schützen uns zu jeder Zeit,
tun ihren Dienst, sie sind bereit,
ob es hier raucht, knallt, oder brennt,
wenn man am liebsten selbst wegrennt,
dann tun sie nicht nur ihre Pflicht.
Nein! Das ist mehr! Das trifft es nicht..

Um Mitternacht, da lag ich wach,
und dachte kurz darüber nach
es fiel mir letztlich dazu ein,
wir sollten demütig, zufrieden
und im besten Sinne menschlich sein!
Mehr fällt mir dazu jetzt nicht ein.

Außer …doch, das eine noch:
Es gibt tatsächlich Menschen hier,
die kloppen sich um Klopapier!

Gute Nacht, Deutschland!
Schlaf gut!
Und die Welt schaut zu!

Aus dem Elsass in die häusliche Quarantäne

Am 14. März sind wir aus dem Elsass zurückgekehrt. Wir begeben uns nun nach vorheriger Rücksprache mit dem Hausarzt und dem Gesundheitsamt in die sog. „häusliche Quarantäne“. Es erfolgt kein Test, weil wir keine typischen Symptome aufweisen.

Frischluft erhalten wir in diesen merkwürdigen Zeiten und bei strahlendem Wetter in den ersten Tagen auf dem Balkon. Sogar eine leichte Bräune stellt sich ein.

Von unten betrachtet.

Wir freuen uns auf den 28. März.